Wie wird der Strom aufgeteilt?

Grundkonzept

Das Grundkonzept besteht darin, dass den teilnehmenden Berechtigten im Gebäude die von der gemeinschaftliche Erzeugungsanlage erzeugte Energie anteilig zugerechnet und überschüssige Energie ins öffentliche Netz eingespeist wird. Dazu ist es notwendig, nicht nur den jeweiligen Stromverbrauch, sondern auch den erzeugten Strom zu messen, und zwar im Viertelstunden-Zeitintervall. Die Zuordnung erfolgt über einen Aufteilungsschlüssel, der entweder statisch oder dynamisch sein kann. Es ist nur ein Aufteilungsschlüssel pro gemeinschaftlicher
Erzeugungsanlage zulässig. Der Betreiber kann gemeinsam mit den Teilnehmern frei entscheiden, welches der beiden Aufteilungsmodelle sie wählen.

Verteilung der Erzeugung durch den Netzbetreiber

Im §16a ElWOG ist vorgesehen, dass der Netzbetreiber den Erzeugungsanteil (gemäß dem gewählten Aufteilungsschlüssel) jeweils den teilnehmenden Berechtigten für jede Viertelstunde zuordnet. In den Erläuterungen zur Gesetzesnovelle werden die Begriffe dahingehend präzisiert, dass die „gemeinschaftliche Erzeugungsanlage“ [...] „als Gemeinschaftsüberschussanlage“ betrieben wird. Überschuss für jeden einzelnen Teilnehmer ist demnach konzeptionell nicht vorgesehen. Der überschüssige Strom wird als Gemeinschaftsüberschuss ins Netz abgegeben (der Erlös wird der Gemeinschaft zugeordnet).

  • Statische Aufteilung: Statische Aufteilung bedeutet, dass jedem Teilnehmer immer der jeweils vereinbarte erzeugte Anteil zugeordnet wird. Verbraucht er ihn nicht, wird der Strom ins Netz abgegeben, geht also zurück auf die „Gemeinschaftsüberschussanlage“.
  • Dynamische Aufteilung: Dynamische Aufteilung bedeutet, dass durch die gemeinschaftliche Anlage erzeugter Strom so weit wie möglich bedarfsgerecht auf die Teilnehmer aufgeteilt wird, um den Grad der Eigenversorgung zu erhöhen. Auch in diesem Fall geht Überschuss der einzelnen Teilnehmer zurück auf die „Gemeinschaftsüberschussanlage“.

Details zum statischen Modell

Beim statischen Modell wird  ein fixer Zuteilungsschlüssel festgelegt. Die Teilnehmer vereinbaren mit dem Betreiber, welchen Anteil der erzeugten Energie jeder erhält. Verbraucht ein Teilnehmer weniger Strom, kann ins öffentliche Netz eingespeist werden. Entsteht daraus am Jahresende ein Gewinn, ist es Sache der Vereinbarung zwischen Betreiber und Teilnehmern, wie dieser aufgeteilt wird. Benötigt ein Teilnehmer mehr Strom als sein vereinbarter Anteil ihm zusichert, kommt dieser Strom aus dem öffentlichen Netz und wird dem jeweiligen Teilnehmer vom Netzbetreiber verrechnet. Die zwischen den Teilnehmern und dem Betreiber fix vereinbarten Aufteilungsschlüssel können nach Wunsch einmal pro Jahr kostenlos verändert werden.

Details zum dynamischen Modell

Beim dynamischen Modell erfolgt die Aufteilung im Verhältnis zum momentanen Verbrauchsverhalten: Allen Teilnehmern wird so viel Energie wie möglich aus der Anlage zugeteilt - auch zu unterschiedlichen Anteilen (siehe Grafik oberhalb). Benötigt ein Teilnehmer gerade keinen Strom, wird der Strom den anderen Teilnehmern zugeordnet.

  • Übersteigt dieser momentane Verbrauch die Kapazität der Anlage, erfolgt die Zuordnung im Verhältnis zum aktuellem Bedarf der Teilnehmer. Zudem wird Strom aus dem öffentlichen Netz zugeliefert.
  • Erzeugt die Anlage mehr Strom als ihre Teilnehmer gerade benötigen, wird der Strom ins öffentliche Netz eingespeist.

Weil immer bekannt ist, wie viel Strom jeder Nutzer gerade verbraucht, kann punktgenau geliefert und auch abgerechnet werden.

Der Vorteil besteht darin, dass die Eigennutzung im Sinne der gemeinschaftlichen Erzeugung höher ist, da diese flexibel zugeordnet wird. Der Strombezug aus dem Netz ist geringer als bei einer statischen Zuordnung. Da für den Strom aus der gemeinschaftlich Erzeugungsanlagen keine Netzkosten und Ökostrombeiträge anfallen, kann ein ökonomischer Vorteil erreicht werden. Es ist daher vorteilhaft einen hohen Grad ein Eigennutzung anzustreben.

Der Nachteil ist, dass durch die flexible Zuteilung komplexe Verträge bzw. Regelungen für die Abrechung notwendig werden.

Quellen:
Fact Sheet "Gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen", Österreichs Energie
Broschüre „Mehr Sonnenstrom für Österreich“, Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft