Verrechnung und Messung

Wie wird die Stromabnahme verrechnet?

Der Betreiber verrechnet den ins Netz gelieferten, überschüssigen Strom der gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage an den jeweilgen Lieferanten.
Wie die Einnahmen aus diesen Überschüssen zwischen dem  Betreiber und den Teilnehmern aufgeteilt werden, können diese untereinander frei vereinbaren. Auch wie die Kosten der gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage geteilt werden, ist von den Teilnehmern und dem Betreiber untereinander festzulegen.
Zusätzlicher Strom, den einzelne Teilnehmer aus dem öffentlichen Netz beziehen, wird weiterhin vom Energielieferanten und vom Netzbetreiber gemäß den jeweils geltenden Tarifen direkt an die Teilnehmer (Nutzer) verrechnet. Basis für alle Verrechnungen sind jeweils die Daten, die von den Smart Metern oder dem Lastprofilzähler (LPZ) viertelstündlich geliefert werden.

Ermittlung der erforderlichen Abrechnungswerte und Detailinformationen

Für die Abwicklung ist die Verwendung von Viertelstunden-Messwerten explizit vorgesehen (siehe Voraussetzungen). Eine Teilnahme setzt voraus, dass sämtliche Teilnehmer der Auslesung und Verwendung der Viertelstunden-Messwerte ausdrücklich zustimmen. Der Betreiber ist für die Beibringung sämtlicher Zustimmungserklärungen der Teilnehmer verantwortlich. Änderung des gewählten Abrechnungsmodus (statisch/dynamisch) oder gewählten Aufteilung/Neuzuordnung von Anteilen der Teilnehmer müssen dem Netzbetreiber im Vorhinein bekannt gegeben werden.

Zur Erfüllung seiner Aufgaben und zur Berechnung der Abrechnungswerte stehen dem Netzbetreiber somit zur Verfügung

die Verbrauchs-Messwerte der einzelnen Teilnehmer je Viertelstunde und

die Erzeugungs-Messwerte der gemeinschaftlichen Anlage je Viertelstunde

Zusätzlich ist dem Netzbetreiber auch die Art des Modells (dynamisch/statisch inkl. Höhe der statischen Anteile) bekannt zu geben. Auf dieser Datengrundlage kann der Netzbetreiber sämtliche Werte ermitteln, welche für die weiteren Abrechnungsvorgänge erforderlich sind bzw. erforderlich sein könnten.

Aus der Gegenüberstellung Verbrauchs-Messwerte und dem zugeordneten Erzeugungsanteil werden je  Viertelstunde und Teilnehmer berechnet:

die verwertbare Teilmenge aus dem zugeordneten Erzeugungsanteil,

der daraus resultierende Restnetzbezug des Teilnehmers

und der von den Teilnehmern nicht verwertete Gemeinschaftsüberschuss

Für die Abrechnung des Netzbetreibers an die einzelnen Teilnehmer ist einzig der Restnetzbezug entscheidend. Für diesen Restnetzbezug werden vom Netzbetreiber an die einzelnen Teilnehmer die Netzentgelte sowie Steuern und Abgaben verrechnet. Gleichzeitig hat der Teilnehmer für diesen Restnetzbezug die freie Wahl des Energielieferanten. Für die Abrechnung des Netzbetreibers an den Betreiber ist neben dem Eigenbedarf der Erzeugungsanlage der Gemeinschaftsüberschuss entscheidend.

Vom Netzbetreiber werden an den Betreiber für den Abrechnungszeitraum zur Verfügung gestellt:

Gesamterzeugung der Erzeugungsanlage

der gemessene Verbrauch je Teilnehmer

die selbst verwertete Teilmenge bzw. Eigendeckung je Teilnehmer

Mit diesen Werten kann – auf unterschiedlichste denkbare Weisen – die transparente Abrechnung des Betreibers mit den einzelnen Teilnehmern erfolgen. Diese Verrechnungsvorgänge sind jedoch nicht im Einflussbereich des Netzbetreibers sondern erfolgen auf Basis der vertraglichen Vereinbarungen zwischen dem Betreiber und den Teilnehmern.

Quellen:
Fact Sheet "Gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen", Österreichs Energie
Broschüre „Mehr Sonnenstrom für Österreich“, Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft