Voraussetzungen und weitere Schritte

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

  1. Die Erzeugungsanlage wird an die gemeinschaftliche Hauptleitung (Steigleitung) im Gebäude angeschlossen.
  2. Zwei oder mehr Teilnehmer (teilnehmende Berechtigte) beteiligen sich am Betrieb der Erzeugungsanlage.
  3. Die Teilnehmer treffen eine Vereinbarung über die Aufteilung des erzeugten Stroms (dynamisch oder statisch).
  4. Für die Erzeugungsanlage wird ein eigener Zählpunkt eingerichtet.
  5. Smart Meter oder Lastprofilzähler messen Erzeugung und Verbrauch bei der Erzeugungsanlage sowie bei den Teilnehmern.
  6. Der Netzbetreiber wird über die Aufteilung des erzeugten Stroms an die einzelnen Teilnehmer informiert.
  7. Die Teilnehmer schließen einen Vertrag mit einem Energieversorger über die allfällige Einspeisung von überschüssigem Strom ins Netz.

Beziehungen der beteiligten Akteure

Klare (Vertrags-)Beziehungen sind Voraussetzung für die Abwicklung der gemeinschaftlichen Erzeugungsanlagen. Zusätzlich zu den bestehenden Netzzugangsverträgen für alle Beteiligten gibt es noch weiteren Regelungsbedarf.

Für jeden einzelnen Teilnehmer, also jeden Zählpunkt, muss ein Netznutzungsvertrag aktiv sein. Seinen Energielieferanten für den Strombedarf, der nicht aus der Anlage gedeckt wird, kann jeder Teilnehmer auch weiterhin frei wählen. Ist die gemeinschaftliche Erzeugungsanlage einmal installiert, gibt es noch folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Zunächst regelt der Betreiber mit jedem Teilnehmer vertraglich zu welchen Konditionen und nach welchem Modell - statisch oder dynamsich - der von der Anlage erzeugte Strom bezogen wird und wie die Verrechnung erfolgt.
  • Darüber hinaus schließt jeder Teilnehmer mit dem Netzbetreiber eine Zusatzvereinbarung zum Netznutzungsvertrag ab, die regelt, zu welchen Konditionen Strom  aus dem öffentlichen Netz bezogen werden kann. Alle Teilnehmer müssen über einen Smart Meter oder LPZ verfügen und einer Auslesung und Übertragung der viertelstündlichen Verbrauchswerte zustimmen.
  • Und schließlich vereinbart der Betreiber seinerseits mit dem Netzbetreiber ebenfalls einen Vertrag, der regelt, zu welchen Konditionen der von der gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage erzeugte Strom ins öffentliche Netz geliefert wird. Netzkunde am Zählpunkt der gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage ist dabei der Betreiber.

Die ausgearbeiteten Musterverträge „Vereinbarung betreffend den Betrieb einer gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage iS § 16a ElWOG“ und „Zusatzvereinbarung zum Netzzugangsvertrag betreffend die Beteiligung an einer gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage iS § 16a ElWOG“ stehen auf der Branchenhomepage www.ebutilities.at zur Verfügung.

Weitere Schritte für Betreiber einer gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage

Sie haben schon eine gemeinschaftliche Erzeugungsanlage errichtet und möchten nun die weiteren Schritte setzen?

Schritt 1:
Zunächst müssen Sie sich bei der Informationsplattform www.ebutilities.at (Anmeldung für Marktpartner) registrieren und erhalten eine Betreiber-Kennung. Diese Betreiber-Kennung bzw. „Firmennummer“ (z.B. GC100060) wird im Zuge einer abgeschlossenen Registrierung für die Rolle „Betreiber gemeinschaftlicher Erzeugungsanlagen“ bei ebUtilities.at vergeben. Der Registrierungsprozess mit der Rolle „Betreiber gemeinschaftlicher Erzeugungsanlagen“ kann unter dem folgenden Link jederzeit veranlasst werden:
https://ebutilities.at/utilities/marktpartner/registration/index.php
Diese Betreiber-Kennung gilt als Schlüssel für den gesamten weiteren Datenaustausch.

Schritt 2:
Nehmen Sie bitte Kontakt mit Ihrem Netzbetreiber zum Abschluss der benötigten Verträge auf. Zur Vorabinformaton wurde das Umsetzungskonzept und die Musterverträge auf www.ebutilities.at im Bereich "Musterverträge" -> "Umsetzung § 16a ElWOG- Gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen" abgelegt.

Schritt 3 (wenn der Datenaustausch über das EDA Anwenderportal genutzt wird):
Sie registrieren sich mit der Betreiber-Kennung (z.B. GC100060), welche Sie bei ebUtilities.at erhalten haben, beim EDA Anwenderportal (siehe Registrierung) und erhalten die entsprechenden Zugangsdaten (siehe Anmeldung).

Schritt 4:
Als Grundlage für den Datenaustausch mit dem Netzbeteiber müssen die Anlagen-Stammdaten (Zählpunkt des Teilnehmers, Namen des Teilnehmers, Zählpunkt der Einspeisung, Art der Aufteilung der erzeugten Strommengen, Teilnahmemodell - statisch/dynamisch, Nachweisdokumente) im EDA Anwenderportal hochgeladen werden (siehe Stammdaten-Import).

Schritt 5:
Der Betreiber hat dem Netzbetreiber die Daten mit den entsprechenden Prozessen mitzuteilen (siehe Datenaustausch und Prozesse).

Nachträgliche Änderungen können Sie auf dem EDA-Portal jederzeit problemlos vornehmen. Außerdem können sie sich laufend über den aktuellen Stand der Stromerzeugung der Anlage und des Verbrauchs der Teilnehmer informieren.

Quellen:
Fact Sheet "Gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen", Österreichs Energie
Broschüre „Mehr Sonnenstrom für Österreich“, Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft